Swiss Alpine - 26. Juli 2008

Die Eroberung eines Paradieses

Als der liebe Gott die Welt erschuf, hatte der Schweizer drei Wünsche frei, um sich sein Paradies zu gestalten. "Berge wünsche ich mir". Mit einer kurzen Handbewegung stellte Gott ihm die Alpen hin. "Was willst du noch?" - "Kühe!" Noch eine Wink; auf den Almen grasen die Kühe. Der Schweizer milkt die Kuh und reicht dem lieben Gott ein Glas. Der trinkt es aus mit Genuss. "Was willst Du noch?" - "Drei Franken fünfzig für die Milch."

Mag sein, dass er das wollte. Nichts will der Schweizer aber für die Anreise ins Bündnerland zum Swiss Alpine Marathon auf seinem Eisenbahnnetz; nach der Anmeldung erhält man Fahrkarten für die Anreise und für beliebige Fahrten zwischen Klosters und Sankt Moritz an 10 Tagen! Das lohnt sich schon ohne den Lauf.

Gegen acht wird im Stadion von Davos musikalisch die Eroberung des Paradieses ausgerufen. Hubschrauber des Fernsehens knattern während der leisen Passagen von Vangelis' Musik, und ein Schuss setzt der Spannung ein Ende. 78,5 km durch das Paradies beginnen in einem Stadion mit Kunstrasen: der Ultramarathon K78.


Abb. 1 Vor der Hölle oder dem Paradies?
(mit freundlicher Genehmigung des Sport-Heute Verlages)

Drei Stunden zuvor bin ich in Klosters (JH Soldanella) aus dem Bett gestiegen. Den zahlreichen laufenden Gäste hat man um halb sechs ein Frühstück angeboten. Unter ihnen war ein Japaner, der eigens für den Lauf angereist war. Die Startnummer war zugleich der Fahrschein hinauf nach Davos Platz, dem Bahnhof, der dem Start der nächstgelegene war. Ich traf dort noch Laufkameraden aus Kuppingen und Heimerdingen. Meine Hausemer Vereinskollegen hatten ihren Start in Bergün und waren deshalb nicht zugegen: mit Gerald und seiner Frau Esther hatte ich noch am Vortag Partypasta vertilgt, während Jörg erst am Morgen anreisen wollte.

Die Strecke wird erst entgegengesetzt nach Davos Dorf geführt. Am folgenden Morgen sollte ich erfahren, dass trotz dieses Entzerrungsversuches an der ersten Verengung (nach 10 km) ein Rückstau auftrat, der in Filisur Zeitüberschreitungen verursachte.

Einige Figuren mit Regenschirmen (bei Gewitter für Läufer ungeeignet) stehen am Teich nahe dem Bahnhof Davos Dorf. Sie gehören zu einem anlässlich eines Bildhauersymposiums entstandenen Skulpturenpark. Nach dessen Umrundung geht es auf die große Runde.


Abb. 2 (Andreas Hofer - Davos-Frauenkirch)

Auf der anderen Seite der Straße erblicke ich die Kirche St. Theodul. Am Donnerstag habe ich dort die Fresken in der Seitenkapelle betrachtet und einem eindrucksvollen Konzert eines türkischen und eines südamerikanischen Musikers auf Zupfinstrumenten ihrer Heimaten gelauscht (bei leider nur wenig Zuhörern; der Termin 17.30 Uhr war vielleicht etwas zu früh bei dem schönen Wetter).


Abb. 3 Fresken in St. Theodul

Die folgende Steigung in den Ortskern nehme ich wegen der vielen Zuschauer kaum wahr. Neben den Zuschauern sind, mit geringerem Interesse an dem Lauf, einige Mitglieder der jüdischen Gemeinde in ihrer Sabbat-Kleidung unterwegs; Erinnerungen an Abschnitte des New York Marathons 2001 kommen da für mich auf, und ich habe zufälligerweise diesmal auch die Schirmmütze von jener Veranstaltung dabei.

Mancher Läufer der Marathonstrecke K42 ab Bergün (Start dreieinhalb Stunden später) spendet uns noch Applaus, als wir Davos, die Eisenbahn nach Filisur unterquerend, verlassen. Bis dahin waren wir 5 km unterwegs, die ich in 24 Minuten zurückgelegt habe. Das deckt sich mit meinen Erwartungen; allerdings wäre es hilfreich gewesen, wenn die ersten fünf Kilometer auch einzeln markiert gewesen wären.


Abb. 4 Auf den Straßen von Davos

Zunächst sind die Wege noch breit. Nach 10 km versperrt ein Schild "Privat" den direkten Weg. Wir laufen deshalb oberhalb eines Gehöfts auf einem Pfad. Hier warnt man noch seine Mitstreiter vor lose herumliegenden Steinen. Wir durchlaufen Spina. Die folgende Steigung erlaubt kein Überholen mehr. Ob man die steilsten Stellen geht oder läuft, das Tempo ist dasselbe. Im Wald blühen die Bachnelkenwurz (Geum rivale) und das Gefleckte Knabenkraut (Orchis maculata). Die Bärtige Glockenblume (Campanula barbata) ist typischer Urgesteinsbewuchs. Die ersten Bäche kreuzen.

Schließlich ist der Weg wieder asphaltiert, und vor mir taucht ein Kirchengebäude mit hölzernem Glockenstuhl auf. Wir haben Monstein erreicht. Hölzern ist auch der Emporeneingang, wie ich im Zurückblicken erkennen kann. Das Dorf selbst besteht aus schmucken Häusern.

Dahinter beginnt der Abstieg in die Zügenschlucht, durch die das Landwasser zur Albula fliesst. Er endet mit einer Gleisüberquerung. Wäre ich etwas schneller gewesen, so hätte mich dort der Zug nach Filisur aufgehalten. Die Schlucht ist dank eines Tunnels autofrei. Auch der alte breite Fahrweg nutzt Tunnels; im längsten sind zwei Laternen aufgestellt. Ich trällere die Melodie von Vangelis, aber, anders als beim Unterqueren der Eisenbahn in Davos, erstirbt hier an den rohen Wänden der Klang des Paradieses. Seitlich sind Stollen in den Berg getrieben. An den etwas trockeneren Hängen blüht die Händelwurz (Gymnadenia conopea). An einer Stelle unterhalb des Weges am Landwasser liegt ein Schneefeld, der Rest einer Lawine vom gegenüberliegenden Hang.


Abb. 5 Einprägungen auf Metall durch Steinschlag (J.P.Kissling - Aarberg, Alain Klee - Thun)

Die Eisenbahn überquert auf einer Brücke die Schlucht von links nach rechts. Der Brücke folgt wohl noch ein recht eigenwilliger Streckenverlauf; denn in Wiesen zeigt sich die Bahn doch wieder auf der linken Seite (oder habe ich die Rückquerung auf dem folgenden wellligen Pfad übersehen?).

In Wiesen verfolgt eine größere Zuschauermenge, wie wir zum Bahnhof herabsteigen und die Gleise wieder überqueren, Die Stimme des Kommentators ist weit zu vernehmen. Gleich hinter dem Bahnhof von Wiesen überquert die Schienenstrecke das Landwasser auf dem bekannten Viadukt, dessen Bau durch Hans Studer sich nächstes Jahr zum hundertsten Mal jährt. Eine Metallgitterkonstruktion an seiner Seite trägt den Wanderweg und auch uns Läufer. Nur eine knappe Minute bin ich zu früh an dieser aussichtsreichen Passage, um dem Zug von Filisur hier zu begegnen. Als dessen Pfiff vor dem Bahnübergang von Wiesen ertönt, bin ich bereits auf der anderen Talseite auf dem Waldlehrpfad vor der Tafel "Grauerle".


Abb. 6 Wiesener Viadukt, am Tag vor dem Lauf

Hier ist der Weg versperrt; ein Schild verweist auf eine Umleitung mit kräftiger Steigung; denn der urprüngliche Pfad - unmittelbar oberhalb des Gleises - ist, wie ich am Vortag schon festgestellt habe, auf Grund einer Hangrutschung für den Lauf (und auch für Wanderer) zu ausgesetzt. Am höchsten Punkt wird die Bergföhre beschrieben. Auch der Tierwelt sind Tafeln gewidmet; ich überlege mir, ob die Gemse (in noch unreformierter Schreibweise) tatsächlich bis zu den Tiefen der sich mit ihr befassenden Tafel herabsteigt.


Abb. 7 Am gesperrten Weg unterhalb von Wiesen

Hier begegne ich auch Läufern aus heimatlichen Gefilden. Frank läuft im Trikot des Laufladens aus Sindelfingen. Die Gefällstrecke nach Filisur lege ich verhalten zurück. Als ich einen Blick auf die Tafel über das Hermelin werfe, werde ich angesprochen; Silvia (aus Kuppingen), die ihren Mann Michael kurz vor dem K31-Ziel in Filisur abgewartet hat, steht am Weg und feuert mich an.

Die Läufer des C42-Marathon nach Tiefencastel werden noch vor dem Ortseingang von Filisur auf eine separate Stecke geschickt. Wir dagegen erreichen direkt die Albula-Bahnlinie. Dahinter - im Ort - haben die K31-Läufer ihr Ziel erreicht. Da ist noch ein Verpflegungspunkt gemeinsam mit den K31-Ankömmlingen, an dem ich mich, wie sonst auch, je nach Laune mit Tee, Wasser, Isogetränk, Bouillon, Banane oder Müsliriegel bediene.

Diesen Punkt (km 31) passiere ich nach 2:51. Die Strecke, nun neben der Albula, ist jetzt deutlich leerer. Teils sind es Fahrwege, teils Pfade. Schließlich geht es am nördlichen Hang hinauf. Das Waldvögelein (Cephalanthera) ist schon verblüht. Durch Drehkreuze betreten und verlassen wir Weidegelände und erreichen die Albulapassstraße, die schon hoch über der steilen Schlucht einen grandiosen Ausblick bietet. In der Schweiz hat es in einem solchen Gelände dennoch an der Bergseite noch Platz für eine Eisenbahn, die sich eben bei Bedarf im Berg versteckt. Mit ihren vielen Kehrtunnels gehört die Albula-Bahn zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auf den Weiden bin ich noch gewandert; hier an der Passstraße ist es wieder möglich, etwas zu laufen, wenn es auch schwerfällt.

Vor mir liegt Bergün. Am Museum vor dem Bahnhof ist das Rhätische Krokodil ausgestellt, das frühere Arbeitstier auf den Schweizer Meterspurbahnen. Nicht weit davon holt sich mancher Läufer seine vorausgeschickte Bergbekleidung ab. Ich selbst hatte schon von Anfang an meine dabei, denn mir hat es widerstrebt, etwas möglicherweise Essentielles wie Wetterschutz einer Massenorganisation anzuvertrauen, wo doch für den Nachmittag Schlechtwetter nicht auszuschließen war: ein Kopftuch ist ich um mein rechtes Handgelenk gewickelt, eine Schirmmütze befindet sich in der Hosentasche, und eine Regenjacke steckt in einem Lendengürtel. Von diesen Teilen sollte ich nur die Schirmmütze benötigen.


Abb. 8 Rhätisches Krokodil

Über die Brücke am unteren Ortsrand erreichen wir das schmucke Zentrum der Gemeinde. Links ist das Gasthaus, in dem ich am Vortag zu Mittag gegessen habe: Pasta, Wasser, und einen lokalen Tropfen.

Ich bin dreidreiviertel Stunden unterwegs, als von rechts die kurz zuvor gestartete Schar der Marathonläufer zu uns stösst. Ich weiss, dass unter ihnen Gerald ist, doch mir ist klar, dass er diese Stelle schon kurz zuvor passiert hat, ebenso auch Jörg, von dem ich aber in diesem Moment nicht weiss, ob er am Morgen tatsächlich aus Sindelfingen angereist ist.

Aber die meisten Marathonläufer sind langsamer gestartet. Harald nähert sich und klopft mir aufmunternd auf die Schulter. Er sollte mir über eine Stunde bis ins Ziel abnehmen. Insgesamt ist dieses Teilstück frustrierend; denn alle anderen sind schneller: sie sind mit dem Zug nach Bergün gekommen und ohne die Vorbelastung der 36 km von Davos nach Bergün.

Subjektiv, wegen des langsameren Tempos, liegen jetzt die Verpflegungsstellen weiter auseinander. Indessen gibt es ab und zu auch Brunnen, an denen man sich kühlen und trinken kann. Mein haararmes Haupt schützte ich mit der Mütze vor der immer wieder sich zeigenden Sonne.

Chants in gut 1800 Meter Höhe ist das letzte Bergdorf vor der alpinen Etappe. Dahinter läuft kaum noch jemand. Die meisten verschätzen sich allerdings auch mit dem Gehtempo. Hinter der Baumgrenze bei Valzana, wo das Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris), die Gemswurz (Doronicum) und, neben der Bärtigen, noch eine andere Glockenblume den Weg säumt (die Küchenschelle, Pulsatilla vulgaris, ist natürlich schon verblüht), wird es noch steiler. Ich kann viele, die es zuvor eiliger gehabt haben, wieder überholen. Die Keschhütte am Sattel ist zu sehen, ein recht großes Gebäude. Entsprechend lang dauert es dann auch, bis sie erreicht ist. Da es auf den Pass zu wieder flacher wird, beginne ich wieder zu laufen. Ziemlich genau drei Stunden bin ich seit Filisur unterwegs, als ich vor der Hütte gefragt werde: "Werner, wie fühlen Sie sich?" In Bergün wäre eine positive Antwort auf die Frage des Arztes nicht selbstverständlich gewesen; doch mein Aufstieg war so gleichmäßig, dass ich erholt an den enzianbestandenen Flächen neben der Hütte vorbeilaufen kann. Ich gönne mir nur eine kurze Pause hinter der Zeiterfassungsmatte am Verpflegungsstand.

Hinter einem Pass kommt immer ein Abstieg. Ich balanciere über die Steine und trete auf den Schotter neben den Wasserläufen, die die Hochebene der Alpe Funtauna speisen.


Abb. 9 Flusssteine (Thomas Hofstettler - Muri)

Die Klänge eines einsamen Dudelsackspielers erfüllen die windstille Hochfläche. Da trennen sich die Wege; während die in Bergün gestarteten K42-Marathonläufer zur Alpe Funtauna hinabsteigen müssen, können wir Ultraläufer auf dem Panoramatrail im wesentlichen die Höhe halten. Allerdings ist die erste Hälfte der Strecke bis zum Verpflegungs- und Massagezelt so steinübersät, dass ich wieder wandere. Ich kann ein wenig das von Schnee und Eis geprägte Panorama und die Läuferschlange unten neben dem Bach zur Alpe Funtauna betrachten. Meine rechte Wade droht jetzt bei ungeschickten Bewegungen zu verkrampfen. Einmal trete ich in den Matsch und habe hernach einen braunen Schuh. Als der Weg wieder besser wird und ansteigt, beginne ich wieder zu laufen. Nach einem breiten Schneefeld, über das schon große Scharen von Wanderern und Läufern eine breite Spur gelegt haben, stoßen die Marathonläufer wieder zu uns. Sie sind jetzt viel ausgelaugter. Zum Überholen muss ich ins Gelände neben dem Weg ausweichen. Nach zwei weiteren Schneefeldern ist der Scalettapass erreicht. Von der Keschhütte her habe ich für die 7,2 km knapp 75 Minuten benötigt und dabei anfangs viele vorbeigelassen, die von hinten kamen und deshalb offensichtlich schneller waren.

Nun warten kaum noch Steigungen auf uns.

Der Abstieg zum Dürrboden über viereinhalb Kilometer ist wohl das kritischste Stück des ganzen Laufes. Ich versuche, nicht die ganze Wegbreite in Anspruch zu nehmen. Mancher denkt, er könne da beliebig vorbeirennen. Einer stürzt hundert Meter vor mir; man hilft ihm auf, noch bevor ich ihn erreiche. Für ihn ist es da nicht weit bis zur nächsten Sanität. Eines anderen Hand spüre ich an meiner Schulter, aber der kann sich wieder fangen.

Am Dürrboden, einer Alpe in gut 2000 m Höhe, ist die Zivilisation wieder erreicht. Für die sechshundert Höhenmeter Abstieg über viereinhalb Kilometer dorthin habe ich mir 44 Minuten Zeit gelassen. Neben der Verpflegungsstelle, an der ich, so kurz vor dem Ziel, auch nach dem Cola greife, steht auch ein Bus für Ausfälle. Über Lautsprecher wird namentlich meine Passage kundgetan.

Hier sind 7:50 vergangen, und es fehlen noch die vierzehn Kilometer durch das Dischmatal.

Wir werden über Wiesenwege geführt. Der Fahrweg daneben ist nicht für uns; wir müssen ihn nur ab und zu zu überqueren. Hier ist aber das bequemste Stück des ganzen Laufes. Ziemlich locker, und ständig überholend, laufe ich auf Davos zu. Das km 70-Schild kommt sehr spät. Bin ich doch nicht so schnell, wie ich mir einbilde? Wieder hole ich eine Gruppe ein. Zu spät sehe ich, dass es nach links zu einer Bachbrücke abgeht. Doch da sind geradeaus auch Steine im Wasser. Ich trete auf sie. Da der letzte fehlt, ist der vom Panoramatrail dreckige Schuh wieder sauber. So kurz vor dem Ziel darf er auch nass sein. Das Überholen ist jedenfalls geglückt. Die 75 km sind schnell erreicht; ich stehe am Ortsrand von Davos. Da schickt man uns nochmals in den Wald, und dessen Wege müssen wir mit breiten nordischen Gehern teilen. Die Steigungen bringen mich aus dem Rhythmus, und ich muss mich zeitweise derselben Gangart wie die Stocknutzer bedienen. Auf der Hauptstraße ist es nicht mehr weit zum Stadion.


Abb. 10 Vor dem Ziel

Kräftige Anfeuerungen treiben mich über die letzte halbe Stadionrunde nach 9:03:39 ins Ziel. Mit Medaille und T-Shirt verlasse ich den unmittelbaren Zielbereich.

Ich bin noch ganz außer Atem, als mich Esther beglückwünscht. Gerald ist 35. seines Laufes geworden. Jörg sei eingebrochen (aber noch Platz 85) und habe, der Arbeit wegen, bereits die Heimfahrt angetreten.

Während die Nationalhymnen für die Sieger intoniert werden, unterziehen Gerald und ich die belasteten Muskeln noch einer Massage. Dann schreite ich zur Dusche. Für die Ultraläufer gibt es da einen eigenen Bereich. Der Unterschied zwischen Kalt- und Warmwasser ist gerade noch spürbar.

Ich schalte mein Mobiltelefon wieder ein und erfahre über eine SMS meine vorläufige Platzierung. Nach den Korrekturen erscheine ich als 21. der Altersklasse auf Rang 192.

Bevor ich nach Klosters zurückfahre, esse ich noch zu Abend. Die Finisherhemden prägen das Ortsbild. Erst nach acht Uhr setzt leichter Nieselregen ein. Die Figuren nahe dem Bahnhof Davos Dorf sind daei wohl trocken geblieben. Ich spanne meinen (!) Regenschirm auf.

Bei der Rückfahrt nach Klosters um neun Uhr fragt mich die Schaffnerin nach der Fahrkarte. Das ist die Startnummer. Der Lauf sei doch schon lang vorbei, widerspricht sie und glaubt mir das nicht, lässt aber Gnade vor dem, was ihr Recht erscheint, ergehen.

In Klosters ist der Aufstieg zum Quartier in der "Soldanella" lang.

Am nächsten Morgen erfahre ich beim Frühstück, dass vielen die Zeitüberschreitung zum Verhängnis geworden ist.


Abb. 11 Ansichten des Paradieses? - Blick durch eine Glaskugel (Martin Hunke - Kirchzarten)

Bevor ich mich am Nachmittag auf die Heimfahrt mache, steige ich im Finisherhemd noch auf die Höhen Richtung Schlappin. Für die Beine ist es erst eine Qual, doch, zurück in Klosters, spüre ich nur noch wenig von den Strapazen des Vortags; im Paradies hören die Schmerzen auf.


Zu den Bildern:
Abb. 4 und Abb. 10 von Läufern der SG Stern
Abb. 1 von http://marathon.sportheute.ch
Die übrigen sind vom Autor von den beiden Tagen vor der Veranstaltung. Bei den Bildern der Ausstellungsstücke des Bildhauersymposiums sind die Namen der Künstler angegeben.

© Werner Pluschke 2008

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